Demonstranten in Hongkong bitten Trump um Hilfe

Demonstranten marschieren zur US-Botschaft in Hongkong.

 
 
 

Am Samstag hatten die USA China aufgefordert, sich in Hongkong zurückzuhalten. Demonstranten fordern den US-Präsidenten nun auf, die Stadt zu befreien.

Hunderte von Demonstranten haben sich am Sonntag in Hongkongs Innenstadt zum Marsch auf das US-Konsulat versammelt. Sie forderten US-Präsident Donald Trump auf, die von China regierte Stadt zu befreien. Die Polizei stand bereit, als die Demonstranten US-Fahnen und Plakate schwenkten, mit denen sie die USA um Hilfe baten. US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte am Samstag die chinesische Regierung aufgefordert, in Hongkong Zurückhaltung zu üben.

Seit Mitte Juni gehen in Hongkong Tausende Menschen auf die Straße. Sie protestieren gegen den wachsenden Einfluss Chinas auf die ehemalige britische Kronkolonie. Am Samstag hatten Demonstranten Einkaufszentren sowie U-Bahn-Stationen besetzt, wobei es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei der chinatreuen Regierung kam.

Allerdings gab es bisher deutlich weniger Gewalt als am vergangenen Wochenende, als in der früheren britischen Kronkolonie die bislang wohl schwersten Ausschreitungen der seit drei Monaten andauernden Proteste erlebt hatte. Mit einem Großaufgebot hatte die Polizei neue Proteste am Flughafen der Metropole verhindert.

Als Zeichen der Entspannung in Richtung der Protestbewegung hatte Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam am Mittwoch den Entwurf für ein umstrittenes Gesetz für Auslieferungen nach China komplett zurückgezogen, das die Proteste ursprünglich ausgelöst hatte. Mit dem formellen Rückzug erfüllt Lam eine Hauptforderung der Demonstranten. Aktivisten machten aber deutlich, dass ihnen das nicht reicht.

Zu weiteren Forderungen der Demonstranten gehören der Rücktritt der Regierungschefin, eine unabhängige Untersuchung übermäßiger Polizeigewalt, die Freilassung von Festgenommenen und eine Rücknahme des Vorwurfs des „Aufruhrs“, sowie politische Reformen und wirklich freie Wahlen.

Merkel hatte Samstag ihre China-Reise beendet

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte zum Abschluss ihres China-Besuches erneut ihre Hoffnung, dass die Konflikte in Hongkong friedlich gelöst werden. Merkel sagte am Samstag in Wuhan, alles andere wäre aus ihrer Sicht „eine Katastrophe“. Man habe ihr bei diesem Thema in Peking „zugehört“. Es sei wichtig, immer wieder im Gespräch zu bleiben.

Am Freitag hatte sie Gespräche in Peking mit Ministerpräsident Li Keqiang und Staats- und Parteichef Xi Jinping geführt, in denen auch die Proteste in Hongkong Thema waren. Chinas Premier gab sich mit Blick auf die Lage in Hongkong zurückhaltend. Die Zentralregierung unterstütze die Regierung dort, „Gewalt und Chaos“ im Rahmen der Gesetze zu beenden, sagte er.