Chinas Exporte im August überraschend gesunken

Ein Containerschiff des Seefrachtunternehmens Moller-Maersk fährt in den Tiefwasserhafen Yangshan von Shanghai ein

 
 
 

Der eskalierende Handelsstreits mit den USA hat zu einem überraschenden Rückgang der chinesischen Exporte im August geführt.

Chinas Ausfuhren schrumpften im vergangenen Monat um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Daten der Zollbehörde am Sonntag zeigten. Von Reuters befragte Analysten hatten für August dagegen ein Exportplus von 2,0 Prozent vorausgesagt, nach einem Anstieg von 3,3 Prozent im Juli. Die Importe fielen im August um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit genauso stark wie im Juli. Hier hatten Analysten ein Minus von 6,0 Prozent erwartet. Dadurch verzeichnete die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft nach den USA im August einen Handelsüberschuss von 34,84 Milliarden Dollar, verglichen mit einem Überschuss von 45,06 Milliarden Dollar im Juli.

Chinas Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten lag im August bei 26,95 Milliarden Dollar nach 27,97 Milliarden Dollar im Juli. In den ersten acht Monaten 2019 beträgt der Überschuss damit noch 195,45 Milliarden Dollar. Die anhaltenden Ungleichgewichte sind eine der wichtigsten Beschwerden von US-Präsident Donald Trump in den Verhandlungen seiner Regierung mit Peking.

Seit vergangenem Jahr haben sich die beiden weltgrössten Wirtschaftsmächte gegenseitig mit immer höheren Zöllen überzogen, was die globale Konjunktur bremst. Chinas Wirtschaft ist zwar inzwischen nicht mehr so exportabhängig wie in der Vergangenheit. Die Exporte machen aber immer noch fast ein Fünftel der Wirtschaftsleistung aus. Viele Analysten gehen davon aus, dass sich das Exportwachstum Chinas in den kommenden Monaten weiter verlangsamen dürfte. Sie erwarten daher, dass Peking in den kommenden Wochen weitere Unterstützungsmassnahmen ankündigt, um das Risiko einer stärkeren Konjunkturabkühlung abzuwenden.