China bestraft Houston Rockets: Der Preis der freien Meinung

China bestraft Houston Rockets

 
 
 

Wer sich kritisch gegenüber Chinas Staatsführung äußert, wird bestraft. Das gilt auch für den Sport. Das US-Basketball-Team „Houston Rockets“ hat das nun zu spüren bekommen.

„Fight for Freedom – Stand with Hong Kong“ – eine Grafik mit diesem Text hatte Daryl Morey vor einigen Tagen getwittert. Übersetzt also „Kämpft für die Freiheit, unterstützt Hongkong“. Der Manager des US-Basketballteams Houston Rockets empörte mit diesem Slogan der Hongkonger Demokratiebewegung die chinesische Staats- und Parteiführung.

Der staatliche chinesische Basketballverband des Landes erklärte deswegen am Sonntag schriftlich: Wir stoppen jegliche Zusammenarbeit mit dem NBA-Team. Eine Shanghaier Großbank beendete außerdem einen Sponsoring-Vertrag mit dem US-Profiteam.

Vorauseilende Selbstzensur

Das dürfte sehr teuer werden für den texanischen Club: Denn China ist einer seiner wichtigsten Merchandising-Absatzmärkte. Das Bemerkenswerte an dem Fall: Chef des staatlichen chinesischen Basketballverbands ist Yao Ming. Der knapp 2 Meter 30 große Ex-Profibasketballer spielte von 2002 bis 2011 bei den Houston Rockets und wurde dort zum internationalen Mega-Star.

Immer wieder werden ausländische Firmen und Prominente in China wirtschaftlich bestraft, wenn sie sich kritisch äußern gegenüber der Politik der regierenden Kommunisten. Die meisten internationalen Großunternehmen praktizieren deswegen vorauseilende Selbstzensur bei Themen, die Chinas Führung verärgern könnten.

Auch deutsche Firmen machen das regelmäßig. Zurzeit gilt das besonders für die Proteste der Demokratie-Bewegung in Hongkong. Es betrifft zum Beispiel aber auch alles, was mit Taiwan, Tibet oder dem Dalai Lama zu tun hat.