Gezielte Aggression aus China? Mann beißt Hongkonger Politiker ins Ohr

Bei dem Messerangriff wurden mehrere Menschen verletzt.

 
 
 

Ein Streit über Politik vor einem Hongkonger Einkaufszentrum eskaliert. Ein Mann, der mutmaßlich vom chinesischen Festland kommt, zückt ein Messer und geht auf umstehende Demonstranten los. Einem Politiker der Demokratie-Bewegung fügt er eine schmerzhafte Verletzung zu.

Bei einer blutigen Auseinandersetzung vor einem Einkaufszentrum in Hongkong sind fünf Menschen verletzt worden. Wie der Lokalsender RTHK berichtete, soll ein Mann einen Streit über Politik angefangen und dann ein Messer gezogen haben. Einem anwesenden Politiker der Demokratie-Bewegung soll er im Kampf ein Stück vom Ohr abgebissen haben. Nach Angaben der Polizei wurden drei Menschen festgenommen.

TV-Aufnahmen von RTHK zeigten einen Mann, der offensichtlich zusammengeschlagen worden war. Nach Angaben des Lokalsenders soll er der mutmaßliche Angreifer sein. Er habe Mandarin gesprochen, die Sprache der Festland-Chinesen, und sei mit seinen späteren Opfern in Streit geraten. Daraufhin habe der Mann mehrere Menschen mit einem Messer angegriffen.

Der Lokalpolitiker Andrew Chiu wollte mutmaßlich eingreifen, dabei biss der Angreifer ihm ein Teil seines Ohrs ab. Die Kamerabilder zeigten einen weiteren Verletzten in einer Blutlache am Boden liegend.

Auch bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Hongkonger Einkaufszentren wurden mehrere Menschen verletzt. In Shopping Malls in den Orten Tai Po, Tuen Mun und Sha Tin lieferten sich Polizei und Demonstranten ein Katz- und Maus-Spiel, es kam zu Handgemengen und Vandalismus.

Regierungschefin Lam reist nach Peking

Im noblen Einkaufszentrum Citiplaza in Taikoo Shing jagten sich Polizisten und Aktivisten auf und ab über die Rolltreppen. Die Beamten in der chinesischen Sonderverwaltungszone setzten Pfefferspray gegen Demonstranten ein. Einige, darunter auch Jugendliche, wurden zu Befragungen weggebracht. Die Proteste halten seit Monaten an und richten sich gegen einen wachsenden Einfluss Chinas in der früheren britischen Kronkolonie.

Am Samstag hatten sich Polizei und Demonstranten Straßenschlachten geliefert. Die Sicherheitskräfte setzten Gummimantelgeschosse, Tränengas und Wasserwerfer gegen Regierungskritiker ein, die Brandsätze warfen. Auch das Büro der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua wurde attackiert.

Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam will nach Angaben ihres Büros am Dienstag nach Peking reisen. Sie wolle dort Gespräche darüber führen, wie Bürgern aus Hongkong das Leben und Arbeiten auf dem chinesischen Festland erleichtert werden kann.