Peking verbietet Bitcoin-Handel Drucken
Geschrieben von: thomas.jaeger   
Dienstag, den 26. September 2017 um 02:10 Uhr

Peking – Die chinesische Regierung drängt die digitale Währung Bitcoin systematisch aus dem Markt. Die Finanzaufsicht hat die entsprechenden Dienstleister aufgefordert, bis Ende Oktober ihre Geschäfte einzustellen. Eine Mehrheit der großen Anbieter will nun bereits bis kommende Woche allen Kunden ihre Guthaben zurückzahlen und den Handel einstellen. Derzeit läuft eine Übergangsfrist, in der Chinas Handelsplattformen ihre Geschäftsaktivität herunterfahren können. Ende Oktober ist der Bitcoin-Austausch auf chinesischem Boden offiziell vorbei.

Das Sterben der chinesischen Bitcoin-Handelsplätze lässt sich auf einschlägigen Webseiten gut nachvollziehen. Während OKCoin in den vergangenen Monaten einen weltweiten Marktanteil von über zehn Prozent hatte, sind es nun noch fünf Prozent. BTC China ist bereits von acht Prozent in die Bedeutungslosigkeit gefallen. Das Handelsvolumen und der Marktanteil der Bitcoin-Börsen in den Nachbarländern Südkorea und Japan sind entsprechend gestiegen.

Peking hat den neuen Kryptowährungen auf breiter Front den Kampf angesagt. Auch die Finanzierung von Start-ups durch die Ausgabe von sogenannten Tokens auf Basis der Technologie hinter Bitcoin ist untersagt.
Den Augen des Staats entzogen

Es ist jedoch die Haupteigenschaft von Bitcoin, sich nicht wirklich kontrollieren zu lassen. Die Nutzer können sie einfach auf ihren Rechnern speichern – oder den sogenannten privaten Schlüssel zu dem Geld auf Papier ausdrucken und notieren, um ihn sicher zu verwahren.

Bitcoin lassen sich durch die Weitergabe einer Zahlungsadresse auch per E-Mail, Chat oder auf jedem beliebigen Kommunikationsweg übertragen. Gerade das hat Bitcoin in China so beliebt gemacht: Was mit den Coins passiert, ist den Augen des neugierigen Staates weitgehend entzogen.

Analysten sehen in Chinas Kampagne gegen Bitcoin zwar einen Rückschlag, aber auch ein Zeichen des Erfolgs der Währungen neuen Typs. „Wenn ein großes Land wie China die Notwendigkeit sieht, den Handel zu unterbinden, dann zeigt das die Macht der neuen Technik“, schreibt Peter Van Valkenburgh vom Coin Center, einer Forschungsstelle für Kryptowährungen. Findige Geschäftsleute bieten in China bereits Bitcoin-Geschäfte an, die über Instant Messaging laufen. Beliebt ist hier beispielsweise die russische App Telegram, die in China funktioniert und aufgrund der hohen Verschlüsselung vergleichsweise sicher ist.

Doch um auf diese Weise an Bitcoin aus dem Ausland zu kommen, bleibt ein altes Problem: China kontrolliert und deckelt Überweisungen über die Landesgrenze hinweg. Das kommunistische Land hat seine Währung, den Yuan, auch nie für den Handel am Markt freigegeben. Peking behält damit die wichtigste Stellschraube des Wirtschaftsgeschehens unter Kontrolle. Das erklärt auch das Bedürfnis einer Regulierung von Bitcoin. Bereits 2013 hatte die chinesische Regierung erklärt, bei dem digitalen Geld handele es sich „nicht um eine Währung im eigentlichen Sinne“. Seitdem folgten immer neue Maßgaben – bis am Wochenende der Todesstoß kam.



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