Corona-Ausbruch bei Peking: China schickt 500.000 Menschen in Lockdown

Ein Bauarbeiter wird in Peking auf das Coronavirus getestet.
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Steigende Infektionszahlen in Peking lösen in China die Befürchtung aus, die Corona-Epidemie könnte weitläufig wiederaufflammen. Ausbruchsherd ist ein Markt, der auch von Unternehmen aus dem Kreis Anxin beliefert wird. Nun müssen alle Bewohner zu Hause bleiben.

Rund eine halbe Million Chinesen, die in der Nähe von Peking leben, müssen wegen eines neuen Coronavirus-Ausbruchs in den Lockdown. Das teilen die chinesischen Behörden mit, nachdem die Zahl der Neuinfektionen in der Hauptstadt erneut gestiegen war. In den vergangenen 24 Stunden seien 14 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die Behörden versicherten aber, die Lage werde sich „verbessern“.

Betroffen von dem Lockdown sind Chinesen im Kreis Anxin, der 150 Kilometer von Peking entfernt liegt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde wird der Ort „vollständig abgeriegelt und kontrolliert“. Die Bewohner müssten zu Hause bleiben. Nur ein Vertreter pro Familie dürfe rausgehen, um Einkäufe zu erledigen und Medizin zu besorgen, hieß es.

Die jüngsten Infektionen in Peking lösen Befürchtungen eines weitläufigen Wiederaufflammens des Virus in China aus. Nach zwei Monaten ohne neue Ansteckungen in Peking ist die Zahl der Neuinfektionen seit dem 11. Juni auf 311 gestiegen.

Massentests in und um Peking

Als Ausgangspunkt wird der Xinfadi-Markt in Peking vermutet, der nach Behördenangaben seit dem 30. Mai von rund 200.000 Menschen besucht wurde. Auf dem Lebensmittelgroßmarkt wird ein Großteil der Frischprodukte Pekings gehandelt. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua belieferten auch Unternehmen aus dem Kreis Anxin den Xinfadi-Markt mit Süßwasserfischen.

Vergangene Woche wurden massenhaft Arbeiter von Großmärkten und Restaurants sowie Lieferkuriere auf das Coronavirus getestet. Auch Bewohner in Peking, die in gefährdeten Wohnvierteln leben, wurden kontrolliert.

Die Tests sollten nun auf sämtliche Angestellte von Schönheits- und Friseursalons der Hauptstadt ausgeweitet werden, berichtetet die staatliche chinesische Zeitung „Global Times“. Der Pekinger Beamte Xu Hejian sagte am Samstag: „Wir haben keine Zeit, uns auszuruhen.“ Der chinesische Epidemiologe Wu Zunyou hatte hingegen vergangene Woche vor Journalisten noch gesagt, dass der Ausbruch in Peking „unter Kontrolle“ gebracht worden sei.