Bei 5G-Ausschluss von Huawei: China droht Deutschland mit Vergeltung

China zieht die Daumenschrauben an. Sollte Deutschland Huawei von 5G-Lieferungen ausschließen, könnte Peking ein De-facto-Verbot für Verkäufe deutscher Autohersteller verhängen. Der chinesische Botschafter in Berlin drohte jetzt damit.

Die Warnung ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass sich wichtige Mitglieder der GroKo für ein weitreichendes Verbot von „unzuverlässigen“ 5G-Anbietern erwärmen. Das berichtet die US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag.

Wirtschaftsminister Altmaier warnt vor Ausschluss Huaweis

Unabhängig von der chinesischen Drohung warnte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angesichts der von Union und SPD diskutierten Gesetzesentwürfe vor einem solchen Schritt.

„Wir sollten uns nicht gegen einzelne Unternehmen richten, sondern darauf bestehen, dass alles, was in Deutschland an elektronischen und hoch technologischen Bauteilen verbaut wird, höchsten Sicherheitsanforderungen genügt“, sagte Altmaier dem „Tagesspiegel“ vom Sonntag.

Wer diese Sicherheitsanforderungen „nicht erfüllt, ist draußen“. Die Daten der Bürger müssten gegen Missbräuche von außerhalb geschützt werden.

Altmeier befürchtet Verzögerungen

Im Koalitionsvertrag hätten sich Union und SPD vorgenommen, Leitmarkt beim Ausbau von 5G zu werden. „Das ist von einer grundlegenden Bedeutung für die Zukunft unserer Volkswirtschaft, weil in Ländern wie Japan, USA, Korea und China längst mit dem Ausbau von 5G begonnen worden ist“, sagte Altmaier und warnte vor zu langen Verzögerungen.

Huawei ist der weltweit führende Netzwerkausrüster auf dem Gebiet der 5G-Technologie. Angesichts der Sorgen vor Spionage und Sabotage fordert eine Gruppe von Abgeordneten aus Union und SPD aber eine europäische Lösung und scharfe Kriterien, die auf einen Ausschluss von Huawei hinauslaufen würden. Kommende Woche sollen mehrere Anträge in den Bundestag eingebracht werden, bis zum Januar soll eine Koalitionsposition erarbeitet sein.