China schafft offenbar Straflager für Prostituierte und Freier ab

Prostitution ist in China verboten. Bislang wurden Prostituierte und Freier in Straflager geschickt. Diese Praxis will das Land nun offenbar beenden.

China will laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua künftig darauf verzichten, Prostituierte und Freier für zwei Jahre in Erziehungslager zu stecken. Stattdessen soll es für sie künftig bis zu 15 Tage Haft und Geldstrafen geben. Prostitution sei weiterhin illegal, heißt es in dem Bericht.

Demnach ist die Entscheidung ab diesem Sonntag wirksam. Alle Personen, die sich derzeit in solchen Lagern befinden, sollen freigelassen werden. Laut Xinhua habe das vor zwei Jahrzehnten gestartete System „eine wichtige Rolle bei der Aufklärung und Rettung von Prostituierten gespielt“. Aufgrund einer Reihe von Justizreformen sei das Programm aber nicht mehr angemessen.

Der Umgang Chinas mit Prostituierten steht international seit Längerem in der Kritik, weil die meisten von ihnen ohne Gerichtsprozesse in Lager gesteckt werden. Prostitution ist in China seit der kommunistischen Revolution im Jahr 1949 illegal.