Chinas Exporte brechen weiter ein

Chinas Wirtschaft liegt wegen des Coronavirus lahm. Im Januar und Februar brachen die Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 17,2 Prozent ein.
Die schwächelnde Wirtschaft in China hat auch für Deutschland spürbare Folgen. Die Volksrepublik ist ein wichtiger Absatzmarkt für deutsche Firmen.

Die Coronavirus-Epidemie wirkt sich zunehmend auf die chinesische Wirtschaft und die Exporte des Landes aus. Erstmals seit dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 legte die Pekinger Zollverwaltung am Samstag Handelszahlen vor. Demnach brachen Chinas Exporte im Januar und Februar um 17,2 Prozent auf 292,45 Milliarden US-Dollar (259 Mrd. Euro) ein (verglichen mit den Vorjahreswerten). Die Einfuhren gingen um vier Prozent auf 299,54 Milliarden Dollar zurück.

Mittelfristig könnte dieser negative Trend anhalten. Die strengen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatten die chinesische Wirtschaft seit Ende Januar praktisch zum Stillstand gebracht. Die Auswirkungen wurden daher besonders im Februar spürbar. Nur langsam nehmen Fabriken und Unternehmen nun die Arbeit wieder auf.

Deutsche Industrievertreter sehen Gefahr einer Rezession

Eine schwächelnde Wirtschaft in China hat auch für Deutschland spürbare Folgen. Die Volksrepublik ist ein wichtiger Absatzmarkt für deutsche Firmen. Im vergangenen Jahr lag das Exportvolumen bei 96 Milliarden Euro. Allein der Autokonzern Volkswagen verkauft etwa 40 Prozent seiner Autos in der Volksrepublik.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist seit 2015 auch das Land, aus dem die meisten Importe nach Deutschland kommen. Vor allem die in China tätigen deutschen Unternehmen haben zu kämpfen. „Die Auswirkungen sind insgesamt schlimm“, hieß es von der deutschen und der europäischen Handelskammer in China nach einer Umfrage unter Mitgliedsunternehmen Ende Februar. Fast 90 Prozent der Firmen berichteten von „mittelschweren bis starken Auswirkungen“ durch die Lungenkrankheit.

Die Industrie sieht die Gefahr einer Rezession in Deutschland angesichts der massiven Folgen durch das Virus als erheblich gestiegen an. „Das wirtschaftliche Wachstum droht, fast zum Erliegen zu kommen“, hieß es diese Woche im neuen Quartalsbericht des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Komme es nicht zu einer wirtschaftlichen Normalisierung in den von der Coronavirus-Epidemie betroffenen Ländern im zweiten Quartal, erwartet der BDI für Deutschland für das Gesamtjahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung.