Gesichtserkennung auch im Wartezimmer

China lässt jetzt auch Krankenhäuser durch Gesichtserkennungssoftware überwachen.

Wie chinesische Staatsmedien berichten, sollen damit Termin-Betrüger überführt werden. Chinas öffentliche Kliniken verlangen von Patienten, dass sie sich vor der Behandlung anmelden. Das hat dafür gesorgt, dass sich ein lukrativer Schwarzmarkt für den Handel mit Arztterminen entwickelt hat. Patienten können sich so mit Geld Wartezeit ersparen. Laut den Berichten haben inzwischen mehr als 30 Kliniken Gesichtserkennungs-Technik installiert. Damit seien schon mehr als 2.100 Personen identifiziert worden, die sich offenbar nur Termine geben lassen, um diese weiter zu verkaufen.

Die chinesische Führung setzt mittlerweile in vielen Bereichen auf Gesichtserkennung und andere Technologien, um seine Bürger zu überwachen. Die Daten sollen in ein Sozialkreditsystem eingespeist werden, mit dem ab 2020 flächendeckend alle Chinesen über einen Punktestand bewertet werden. Wer sich in den Augen der Regierung richtig verhält, sammelt Punkte, Fehlverhalten wird mit Abzug bestraft – mit entsprechenden Sanktionen, zum Beispiel Reiseverboten.